Wenn Angst immer mehr Raum einnimmt.
Angst ist keine Schwäche.
Jeder Mensch kennt Angst.
Sie gehört zu unserem Leben.
Sie schützt uns.
Sie macht uns aufmerksam.
Sie hilft, Gefahren zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Ohne Angst könnten wir nicht überleben.
Problematisch wird Angst dann, wenn sie immer häufiger auftritt, immer stärker wird oder unser Leben zunehmend bestimmt.
Vielleicht vermeiden Sie bestimmte Situationen.
Vielleicht fällt es Ihnen schwer, alleine unterwegs zu sein.
Vielleicht kreisen Ihre Gedanken ständig um mögliche Gefahren.
Oder Ihr Körper reagiert plötzlich mit Herzrasen, Atemnot oder Schwindel, obwohl objektiv keine Gefahr besteht.
Viele Menschen erleben solche Situationen als beängstigend.
Und viele fragen sich:
"Warum passiert das ausgerechnet mir?"
Angst hat eine Geschichte.
Psychotherapie beginnt für mich nicht mit der Frage,
wie Angst möglichst schnell verschwindet.
Sondern mit einer anderen Frage:
Welche Bedeutung hat diese Angst?
Aus psychodynamischer Sicht entsteht Angst selten grundlos.
Sie entwickelt sich innerhalb unserer Lebensgeschichte.
Manchmal steht sie im Zusammenhang mit belastenden Erfahrungen.
Manchmal mit ungelösten inneren Konflikten.
Manchmal mit Beziehungserfahrungen.
Und manchmal entsteht sie dort, wo Gefühle lange keinen Ausdruck finden konnten.
Deshalb interessiert mich nicht nur,
dass Angst vorhanden ist.
Mich interessiert,
weshalb sie entstanden ist.
Symptome sind häufig ein Lösungsversuch.
Viele Menschen erleben ihre Angst als Gegner.
Als etwas,
das endlich verschwinden soll.
Ich verstehe diesen Wunsch gut.
Gleichzeitig zeigt die therapeutische Erfahrung,
dass Symptome häufig einmal eine wichtige Aufgabe übernommen haben.
Sie waren ein Versuch,
mit einer schwierigen Situation umzugehen.
Sie schützten.
Sie warnten.
Sie halfen, das innere Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Auch wenn diese Strategien heute belastend geworden sind,
verdienen sie zunächst Verständnis.
Denn was einmal geholfen hat,
verschwindet selten dadurch,
dass wir dagegen kämpfen.
Veränderung beginnt häufig dort,
wo wir beginnen,
die ursprüngliche Funktion eines Symptoms zu verstehen.
Angst zeigt sich auch im Körper.
Viele Menschen beschreiben Angst zunächst über körperliche Symptome.
Herzklopfen.
Schwindel.
Enge in der Brust.
Atemnot.
Schwitzende Hände.
Zittern.
Innere Unruhe.
Das kann den Eindruck vermitteln,
mit dem Körper stimme etwas nicht.
Tatsächlich zeigt sich darin häufig das enge Zusammenspiel zwischen Körper und Psyche.
Unser Körper reagiert auf Belastungen.
Er erinnert sich.
Er schützt.
Er macht aufmerksam.
Deshalb beziehe ich das Körpererleben selbstverständlich in die Psychotherapie ein.
Nicht, weil der Körper getrennt von der Psyche betrachtet wird.
Sondern weil beides untrennbar zusammengehört.
Verstehen schafft Sicherheit.
Angst verschwindet selten dadurch,
dass wir sie ignorieren.
Oder uns zwingen,
sie nicht mehr zu spüren.
Häufig entsteht Veränderung erst,
wenn wir beginnen,
unsere Angst besser kennenzulernen.
Wann tritt sie auf?
Welche Situationen lösen sie aus?
Welche Gefühle stehen möglicherweise dahinter?
Welche Bedeutung hatte sie bisher?
Diese Fragen können helfen,
Schritt für Schritt einen neuen Umgang mit Angst zu entwickeln.
Nicht gegen sich selbst.
Sondern mit sich selbst.
Psychotherapie bei Angst.
Im geschützten therapeutischen Rahmen entsteht Raum, das eigene Erleben ohne Bewertung zu betrachten.
Gemeinsam versuchen wir,
Zusammenhänge zu erkennen,
belastende Muster zu verstehen
und neue Erfahrungen zu ermöglichen.
Dabei bestimmen nicht Geschwindigkeit oder vorgegebene Methoden den Weg.
Sondern Ihre persönliche Geschichte.
Ihr Erleben.
Und das, was in Ihrem Tempo möglich ist.
Vielleicht erkennen Sie sich wieder.
Psychotherapie kann hilfreich sein, wenn Sie ...
Angst muss nicht Ihr Leben bestimmen.
Vielleicht begleitet Sie Ihre Angst schon lange.
Vielleicht erst seit kurzer Zeit.
Vielleicht verstehen Sie selbst nicht,
weshalb sie plötzlich da ist.
Sie müssen diese Fragen nicht allein beantworten.
Psychotherapie kann dabei helfen,
Ihre Angst besser zu verstehen,
ihre Bedeutung einzuordnen
und Schritt für Schritt neue Möglichkeiten im Umgang mit ihr zu entwickeln.